„Wir wollen KI in unser Intranet integrieren.“

Dieser Satz fällt gerade in fast jedem Projekt. Das Interesse ist real. Die Erwartungen manchmal nicht.

Was heute in echten Projekten funktioniert:

Semantische Suche. „Wie ist unsere Urlaubsregelung für Teilzeitkräfte?“ bekommt eine Antwort — keine Liste von Treffern. Funktioniert, wenn die Datenbasis strukturiert und aktuell ist.

KI-gestützte Content-Erstellung. Interne Redakteure werden entlastet, nicht ersetzt. Tone-of-Voice als Prompt-Grundlage, Entwurf in Sekunden, Freigabe durch Mensch.

Automatische FAQ-Generierung aus Tickets und E-Mails. Reduziert wiederkehrende Anfragen an HR und IT.

Was noch nicht zuverlässig funktioniert:
— Vollautomatisierte Governance. Noch nicht reif ohne menschliche Kontrolle.
— Komplexe Wissensabfragen in unstrukturierten Systemen. KI kann nur so gut sein wie die Informationen, auf die sie zugreift. Ein schlecht gepflegtes Intranet liefert mit KI keine besseren Antworten — nur schnellere falsche.
— Datenschutz. KI-Suche im Intranet bedeutet, dass interne Daten durch KI-Dienste verarbeitet werden — je nach eingesetzter Lösung auch durch Drittanbieter außerhalb der eigenen Infrastruktur. Berechtigungskonzepte, DSGVO-Compliance und Datensouveränität müssen vor dem Einsatz geklärt sein, nicht danach.
— Technische Grenzen unterscheiden sich je nach Plattform und Orchestrierungs-Modus. Microsoft Copilot begrenzt die Anzahl der Wissensquellen pro Agent (abhängig vom Modus zwischen 4 und 25 SharePoint-URLs). Atlassian Rovo setzt stattdessen auf verbrauchsbasierte Quoten. Die Frage ist nicht welche Plattform „weniger Grenzen“ hat — sondern welche Architektur zum eigenen Ökosystem passt.

Die wichtigste Voraussetzung: Eine strukturierte Informationsarchitektur. Saubere Ablage, definierte Content-Owner, gepflegte Inhalte.
KI verstärkt, was vorhanden ist. Sie repariert kein schlecht strukturiertes System.
Empfehlung für den Einstieg: Ein begrenzter Use Case. Semantische Suche in einem gut gepflegten Bereich. Oder KI-gestützte News-Erstellung. Beides ist heute machbar und kontrolliert ausweitbar.
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Eric Klein
Eric KleinGeschäftsführer & Principal Consultant — Intranet & Digital Workplace & Platforms
Strategischer Berater für konzernweite Integration, Schnittstellen und Umsetzung komplexer Kommunikationsvorhaben